„Berge sind stille Meister und machen schweigsame Schüler.“ Dieses Zitat von Johann
Wolfgang von Goethe, einem der bedeutendsten deutschen Dichter, beschreibt treffend meine Emotionen als ich durch den Harz gewandert bin. Und genau darum soll es heute gehen: Vom 04.09. bis zum 08.09.19 besuchte ich die kleine Harzer Stadt Wernigerode. In diesem kurzen Ausflug war eines meiner Hauptziele den Brocken zu besteigen und den dortigen Geocache „Brocken wieder frei“ (GC2GNW0) zu loggen. Der Weg dorthin sollte diesmal ein besonderer sein – nämlich der Teufelsstieg.


Der Teufelsstieg kann von zwei Seiten zum Brocken begangen werden – einmal von der Stadt Bad-Harzburg oder von der anderen Seite beginnend in der Stadt Elend. Dieser Wanderweg wird auch als spezieller Themenwanderweg bezeichnet, da er in Gedenken an Goethes „Faust“ errichtet wurde. Das Hauptkennzeichen ist dabei ein Schild mit einem
weißen Teufel, der auf einem grünen Hintergrund abgebildet ist. Dabei ist besonders der Teil des Wanderweges von Elend aus von Bedeutung, welcher über Schierke führt, da man auf diesem Pfad der Route folgt, die Faust und Mephistopheles in der Walpurgisnacht
genommen haben.

Mein Startpunkt befand sich jedoch direkt in Schierke, da ich bereits darauf gefasst war, dass der Teufelsstieg eine Herausforderung ist. Hierbei ist jedem das Parkhaus am „Winterbergtor“ in Schierke zu empfehlen. Von dort aus gelangt man direkt auf den Teufelsstieg und braucht keine Wanderkarte, da alles genau ausgeschildert ist.
Der Anfang des Weges ist ziemlich eben und man läuft teils sehr gut gepflegte Forstwege
entlang. Verlässt man diesen Abschnitt und biegt schließlich nach rechts auf den eigentlichen Wanderweg ab, so merkt man gleich, dass der Aufstieg etwas steiler wird und die Steine, die den Weg säumen, immer größer werden. Einen Teil des Wanderweges begeht man auch über die Brockenstraße. Von dieser biegt man jedoch nach wenigen Metern ab und es beginnt der immer schmaler und steiler werdende Weg des Teufelsstiegs zum Brocken. Durch die gute Beschilderung ist es sehr leicht dem Wanderweg zu folgen und man kann sich so gut wie nicht verirren. Jedoch wurde der Weg immer steiler und schwerer zu besteigen. Somit ist esnur für sehr erfahrene und gut trainierte Wanderer ein kurzes Intermezzo. Einer der Lichtblicke und eine gute Möglichkeit sich kurz zu erholen ist der Rastplatz am Eckerlochstieg. Da befindet sich auch eine kleine Hütte mit etlichen Sitzgelegenheiten.
Nun zur Besonderheit des Rastplatzes: Dieser Ort ist eine der Stempelstellen der Harzer Wandernadel. Das ist eine gute Idee für Jeden, der nicht nur gerne Geocaches hinterherjagt, sondern auch in diesem Falle Stempeln. Auf jedem der Wanderwege im Harz gibt es überall verteilt bestimmte Stempelstellen. Je mehr Stempel man gesammelt hat, desto besser, denn man kann auch Auszeichnungen wie z.B. die goldene oder silberne Harzer Wandernadel erhalten. Diese kann man in jeder Touristeninformation vor Ort erwerben.

Gleichzeitig hatte ich auch die Ehre eine lokale Berühmtheit zu treffen – den Brocken-Benno. Er ist wohl einer der Wenigen, die den Brocken und den Harz wie die eigene Westentasche kennen. Der Brocken-Benno ist nämlich ein Rekordwanderer, der den Brocken bereits mehr als achttausend Mal bestiegen hat. Eine faszinierende Leistung und es war mir eine Ehre diesem netten Mann spontan vor Ort zu begegnen. Ich erhielt ebenfalls Sonderstempel für meine Stempelsammlung!

Nach einer kurzen Erholungspause trat ich die letzte Etappe des Wanderweges an: Diese war geprägt durch viele verschieden große Steine, breites Wurzelwerk, das man bewältigen musste, damit man dann wieder auf die Brockenstraße kurz vorm Ziel gelangte. Der letzte Teil dieser Wanderung ist ca. zwei Kilometer lang, aber im Vergleich zum vorherigen Weg regelrecht angenehm, trotz des steilen Anstiegs. Ist man dann endlich auf dem Brocken angekommen, kann man kaum aufhören den Ausblick zu genießen. Außerdem kann man aus nächster Nähe die Brockenbahn bewundern, die Teufelskanzel, den Hexenaltar, man sieht die Wetterstation und man kann ins Brockenhaus gehen, in dem sich eine Ausstellung über die Geschichte des Brockens und seiner Natur befindet. Hierbei wird insbesondere die Zeit der DDR in den Fokus gerückt, da der Brocken damals zu Abhör- und Spionagezwecken genutzt wurde.

Mit diesem Thema befasst sich auch der dort gelegene Geocache. Dieser ist mit dem Hinweis sehr gut zu finden und einer der traditionellen Geocaches. Natürlich kann man aber auch noch zwei dort gelegene Multi-Caches oder den dort angelegten Earth-Cache lösen, diese habe ich jedoch nicht in Angriff genommen, da das Wetter auf dem Brocken sehr regnerisch und windig war. Trotzdem konnte ich erfolgreich meinen Cache loggen, habe das Brockenhaus mit seinem Museum besucht und den Ausblick genießen können
Außerdem konnte ich am Brockenhaus einen weiteren Stempel ergattern – davon war einer ein Standardstempel und der andere ein Sonderstempel. Ihr seht also –der Aufstieg lohnt sich. Als kleine Information am Rande ist auch zu erwähnen, dass es ein Hotel mit Restaurant und mehrere kleine Cafés auf dem Brocken gibt. Somit kann man dann gestärkt und erholt den Heimweg antreten.

Für die erschöpften Wanderer gibt es dann die Möglichkeit wieder zu Fuß oder mit der
Brockenbahn zurückzukehren. Weil ich kein Freund halber Sachen bin, entschloss ich mich den Teufelsstieg wieder hinunterzugehen. Das erwies sich nicht als Fehler, denn man konnte nochmal aus anderer und etwas entspannter Perspektive die Natur um sich herum bewundern. Leider ist jedoch der Harzer Wald stark vom Borkenkäfer befallen, weshalb viele Bäume darunter zu leiden haben. Dennoch lohnt es sich trotz diesem Umstand die Wanderung zu wagen. Meine Wanderung dauerte etwa einen ganzen Nachmittag. Dabei sollte man aber bedenken, dass ich nicht schnell gewandert bin und ich gleichzeitig viele „Verzögerungen“ hatte durch den Museumsbesuch und etlicher Päuschen auf Weg zum Brocken.
Als kurzes Fazit kann ich Jedem, der im Harz ist diese Tour ans Herz legen, da man die
wunderschöne Natur erleben und sich auch gleichzeitig bilden kann. Wichtig ist ebenfalls an dieser Stelle zu sagen, dass man sich als Wanderer sehr gut anziehen sollte – in Schierke waren es angenehme 17 Grad Celsius als ich startete, während es oben auf dem Brocken stark windig war und Temperaturen um die zwei bis drei Grad herrschten.

Ich hoffe, dass ich euer Interesse für den Brocken und den dort gelegenen Geocaches wecken konnte und wer weiß, vielleicht werdet auch ihr nicht nur begeisterte Geocacher, sondern auch noch motivierte Sammler der Stempel der Wandernadel.

Ein Bericht von Marta Maschke

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